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Warum Klartraumstudien im Schlaflabor?

Submitted by on Februar 1, 2011 – 2:56 pmNo Comment

Um das Phänomen Klartraum möglichst umfassend zu erforschen, sind Untersuchungen im Schlaflabor unumgänglich. Beispielsweise wurde das Klarträumen erst durch Schlaflaborstudien Ende der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts nachgewiesen. Für diesen Nachweis nutzten die Wissenschaftler die Besonderheiten des REM-Schlafs aus. Der Schlaf wird allgemein in verschiedene, zyklisch wiederkehrende Schlafstadien unterteilt und dabei steht eines dieser Schlafstadien in engem Zusammenhang mit lebhaften Träumen: der REM-Schlaf. REM ist die Abkürzung für Rapid Eye Movements, schnelle Augenbewegungen, die während dieser Phasen zu beobachten sind, während der schlafende Körper, aufgrund einer aktiven Blockade des Muskeltonus im Stammhirn, erschlafft. Diese Paralyse der Körpermuskulatur hindert uns daran, unserem erlebten Traumgeschehen während der Nacht nachzugehen. Trotz der Muskelblockade treten jedoch die typischen Augenbewegungen auf.

Es gibt Forschungsarbeiten, die zeigen, dass ein Teil dieser Augenbewegungen mit den im Traum ausgeführten Augenbewegungen einhergeht. Deshalb instruierte Dr. Stephen LaBerge seine Versuchsteilnehmer/innen, im Klartraum eine zweifache Links-Rechts-Augenbewegung durchzuführen, und zeichnete elektrophysiologisch die Augenbewegungen über die Nacht hinweg auf. Die visuelle Auswertung der aufgezeichneten REM-Phasen, in denen die Versuchsteilnehmer/innen berichteten, einen Klartraum erlebt und die angewiesenen Augenbewegungen durchgeführt zu haben, zeigte deutlich die Links-Rechts-Ausschläge der Augen, gut unterscheidbar von spontanen Augenbewegungen (siehe Abbildung in der Kopfleiste). Die restlichen Merkmale des REM-Schlaf (z.B. Körperlähmung) blieben unverändert. Die Aufzeichnungen standen darüber hinaus im Einklang mit den Traumberichten der Klarträumer/innen und bestätigten damit, dass sie tatsächlich  willentlich die Handlungen – hier das Bewegen der Augen – im Traum gelenkt haben.

Im Schlaflabor können geübte Klarträumer/innen, die entsprechend verkabelt sind, über Augenbewegungen im Traum den Forschern mitteilen, dass sie gerade träumen. Darüber hinaus können Klarträumer/innen durch die Augenbewegungen in den Aufzeichnungen markieren, dass sie eine bestimmte, abgesprochene Tätigkeit beginnen auszuführen oder damit aufhören. So können Ereignisse die im Traum stattfinden in Zusammenhang mit der messbaren Physiologie gebracht werden. Mit diesem Paradigma konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass die Atmung im Traum mit der tatsächlichen Atmung im Zusammenhang steht, oder dass „körperliche“ Belastungen im Traum zu entsprechenden Veränderungen in der Herzrate sowie weiteren physiologischen Parameter führen.

Ausführlicher Bericht über das Schlaflabor am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim (von Ruth K.):

http://www.ruthless.zathras.de/facts/luzid/klartraumlabor.php

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Bild: Tadas im Schlaflabor des ISSWs für eine Testmessung mit dem ZEO. (Erlacher)

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