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Was haben Sie im Schlaflabor zu erwarten?

Submitted by on Februar 2, 2011 – 3:01 pmNo Comment

Teilnehmer/innen an unseren Studien verbringen normalerweise drei Nächte im Schlaflabor. Während der Nacht werden verschiedene physiologische Merkmale gemessen. Unter der „Standardableitung“ versteht man dabei die Aufzeichnung von Gehirnaktivität (Elektroenzephalogramm, EEG), Augenbewegung (Elektrookulogramm, EOG) und Tonus der Körpermuskulatur (Elektromyogramm, EMG). Neben diesen Standardmessungen können je nach Untersuchung noch weitere physiologische Merkmale aufgezeichnet werden (Atmung, Puls usw.). Die Aufzeichnung erfolgt über eine ganze Nacht und dient der Einteilung des Schlafs nach den oben genannten Schlafstadien. Das Anbringen der Elektroden dauert in etwa eine Stunde. Lesen Sie dazu einen Erfahrungsbericht von einem Versuchsteilnehmer:

„Um etwa 21.30 Uhr begannen wir mit dem Verkabeln. Elektroden für die Messung von Gehirnwellen, Augenbewegung, Atmung, ein Kehlkopfmikrofon und einiges mehr wurde angebracht und Daniel gab mir ausführliche Erklärungen zu jedem einzelnen Gerät. Mehr als nur ein wenig interessant. Das ganze dauerte zwischen einer und eineinhalb Stunden, die aber wie im Fluge vergingen. Was nun folgte waren die wichtigsten Messwerte. Ich hatte die Übung, die ich im Traum ausführen sollte, schon einmal im wachen zu machen. Zwei Augenbewegungen (Links-Rechts-Links-Rechts), dann 10 Kniebeugen und dann noch einmal die Augenbewegungen. Im Folgenden wurden dann die Messdaten für verschiedene Schlafpositionen und Aktionen im Liegen abgenommen (Augen auf, Augen zu, nach Links gucken, nach Rechts gucken usw.). Nachdem dieses ganze Prozedere abgeschlossen war hieß es: Licht aus und Schlafen. Das mit dem „Licht aus“ hat dann auch gut geklappt, nur der Schlaf wollte einfach nicht kommen. Die Sonden verursachten ein merkwürdiges Gefühl, es war zu warm, das Bett zu ungewohnt, man hatte das Gefühl man würde beobachtet (was ja auch der Fall war), die Aufregung … kurz: an Schlaf war nicht zu denken. Ich hatte das Gefühl die gesamte Nacht praktisch nicht geschlafen zu haben. Irgendwann werde ich einmal geweckt (oder? Erinnerung ist konstruktiv ;), habe aber nur die Bruchstücke eines Traumes in Erinnerung. Irgendwann am Morgen kann ich dann endlich das Bett verlassen. Der Pfleger weckt mich bzw. holt mich aus dem Bett. Ich fühle mich wie gerädert. Während Daniel den Kabelsalat entfernte, redeten wir ein wenig. Später, nach einer Dusche und der Morgenhygiene, werden mir dann die Messkurven der Nacht gezeigt und erklärt. Und selbige behaupten dann, dass ich im ganzen vielleicht zweieinhalb Stunden Schlaf gehabt hätte. Ich kann es kaum glauben, aber was soll man schon gegen wissenschaftlich gewonnene Daten sagen? Nach einem gemütlichen Frühstück zu zweit hat sich Daniel dann zum Schlafen begeben, während ich den Tag nutzte, um Mannheim kennen zu lernen, eine schöne, wenn auch etwas „künstliche“ Stadt … [Lesen Sie weiter in dem Sie dem Link „Erfahrungsbericht 1″ folgen oder lesen Sie einen anderen Erfahrungsbericht]“

Erfahrungsbericht 1 von Arne

Erfahrungsbericht 2 von Christina

Erfahrungsbericht 3 von Dieter

Erfahrungsbericht 4 von Martin

Die erste Nacht im Schlaflabor dient der Adaptation an die ungewöhnliche Schlafumgebung und der zusätzlichen Messelektroden, die man am Körper trägt. Zudem wird in der ersten Nacht der Schlaf der Versuchsteilnehmer/innen diagnostiziert, so dass evtl. Schlafstörungen berücksichtigt werden können. In der zweiten und dritten Nacht sollen die Klarträumer/innen eine spezielle Aufgabe im Klartraum ausführen.

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Bild: Im Schlaflabor als Versuchsleiter. (Erlacher)

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