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[K]-Letter Nr. 04 (März 2005)

Submitted by on März 1, 2005 – 9:06 amNo Comment

Inhalte

1. Einleitung
2. Online-Experiment: Erinnerung im Klartraum (neue Wortliste!)
3. Wenn man im Traum weiß, dass man träumt…
4. Versuchsteilnehmer/-innen für Schlaflaborstudien gesucht!
5. Impressum


1. Einleitung

Liebe Leserinnen und Leser!

Herzlich Willkommen zum vierten Newsletter der Internetseite klartraum.de. In diesem Newsletter wollen wir noch einmal für das „Online-Experiment: Erinnerung im Klartraum“ werben. In dem Online-Experiment geht es um die Erinnerung an das Wachleben in einem Klartraum. Bisher haben schon einige Klarträumer/innen an dem Online-Experiment teilgenommen, um jedoch aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, brauchen wir noch mehr Daten. Wir haben deshalb die Anweisungen noch einmal vereinfacht und neue Begriffe für die Wortliste verwendet, so dass die Klarträumer/innen, die bereits mitgemacht haben, noch einmal an dem Wortlisten-Experiment teilnehmen können. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass unter allen Teilnehmer/innen ein Exemplar von Stephen LaBerges Buch „Exploring the World of Lucid Dreaming“ verlost wird.

Außerdem gibt es in diesem Newsletter einen kurzen Überlicksartikel über das Phänomen Klartraum und dessen praktischen Anwendungsmöglichkeiten.

Der Newsletter wird an ungefähr 1.000 Interessierte versendet und informiert vorrangig über die Online-Experimente, darüber hinaus bietet die Internetseite http://localhost generelle Informationen zum Thema Klartraum, wissenschaftliche Studienergebnisse und ein Diskussionsforum.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit dieser Ausgabe des Klartraum.de-Newsletters!

Ihr Daniel Erlacher

2. Online-Experiment: Erinnerung im Klartraum (neue Wortliste!)

„Erinnerung im Klartraum. Begriffe lesen, merken und sich im Klartraum daran erinnern!“ ist der Titel des laufenden Online-Experiments. In diesem Experiment soll mehr über die Erinnerung im Klartraum in Erfahrung gebracht werden. Dazu stellen wir allen Klarträumerinnen und Klarträumern folgende Aufgabe: Merken Sie sich vor dem Schlafengehen vorgegebene Begriffe und versuchen Sie sich an diese im Klartraum zu erinnern. Nach dem Erwachen notieren Sie bitte Ihre erinnerten Begriffe.

Lesen Sie einen Klartraumbericht in dem der Träumer erfolgreich die Begriffe erinnern konnte: „Ich bin erfreut, weil ich merke, wie ich meinen Körper lösen kann und löse ihn auf der Stelle. Ich kenne das Gefühl schon, drum weiß ich, dass ich träume. Ich habe keine Sicht, spüre nur meinen feinstofflichen Körper. Ich erinnere mich sofort an das Experiment und versuche mich an die Worte zu erinnern: „irgendwas mit F` komme nicht drauf, drum mache ich weiter: „Beispiel, Luft, Erklaerung, Erinnerung. Wie war die richtige Reihenfolge?` frage ich mich, mache aber weiter: „Illusion, Uhr. Die Uhr kam vor der Illusion` merke ich. Ich träume nun klar weiter und wache später auf…“. [Anmerkung: Für diese Ausgabe haben wir eine neue Wortliste; siehe Anweisungen.]

Es haben bereits 8 Klartrauminteressierte an dem Experiment teilgenommen. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, brauchen wir jedoch noch dringend weitere Klarträumer/innen, die sich an dem Wortlistenexperiment versuchen! Wir haben deshalb die Anweisungen noch einmal vereinfacht und neue Begriffe für die Wortliste verwendet, so dass die Klarträumer/innen, die schon teilgenommen haben, noch einmal mitmachen können. Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme!

Als kleiner Anreiz wird unter allen Teilnehmer/innen ein Exemplar von Stephen Laberges Buch „Exploring the world of lucid dreaming“ verlost.

  • Das Online-Experiment ist abgelaufen!

3. Wenn man im Traum weiß, dass man träumt…

von Daniel Erlacher und Michael Schredl (Orginal erschien in: Das Schlafmagazin, 2004, Heft Nr. 1)

„Ich bin im Schlaflabor und schaue in eine Schublade. Ich erinnere mich daran, dass ich etwas Bestimmtes suchen wollte, und nehme einen Zettel in die Hand. Ich blicke nach rechts und sehe N., der mich anlacht. Neben ihm sitzt S., der ebenfalls lächelt. Das Grinsen der Beiden lässt mich irgendwie vermuten, dass ich träume. Ich schaue zurück auf meine Hand und statt des Zettels halte ich jetzt zwei Scheiben Salami in der Hand. Ich werde aufgeregt, da ich jetzt weiß, dass ich träume. Ich mache eine Links-Rechts-Links-Rechts-Augenbewegung (LRLR) und erinnere mich an die Aufgabe, die ich im Traum machen soll. Dazu setze ich mich auf den Boden und gebe ein weiteres LRLR und beginne die rechte Hand viermal zu öffnen und zu schließen. Ich mache ein weiteres LRLR und öffne und schließe nun viermal die linke Hand. Ich merke, dass ich aufwache, und gebe ein letztes Mal eine LRLR, bevor ich wach werde“. D., Versuchsteilnehmer in einer Studie über Klarträume, wacht nach diesem Traum in einem Schlaflabor auf, an seinem Kopf befinden sich Elektroden, die während des ganzen Geschehens seine Hirnwellen aufgezeichnet haben.

Das Traumgeschehen selbst bestimmen

Wenn Menschen in ihren Träumen wissen, dass sie träumen, und dadurch das Geschehen des Traums – wie in dem einleitenden Traumbeispiel – selbst bestimmen, dann spricht man von einem Klartraum oder auch luzidem Traum. In einer repräsentativen Umfrage gab jede/r vierte Befragte an, dass sie/er das Phänomen des bewussten Träumens schon einmal erlebt hat. Trotz der relativ großen Bekanntheit in der breiten Bevölkerung wurde das luzide Träumen jahrzehntelang von der Wissenschaft ignoriert. Die Berichte von Menschen, die behaupteten, ihre Träume bewusst zu erleben, klangen zu paradox für viele Wissenschaftler/innen, und man fand bald eine einfache Erklärung für solche Erlebnisse: Die Schlafenden mussten während der Nacht kurzzeitig aufgewacht sein und beim Wiedereinschlafen vermischten sich Schlaf und Wachheit in den Köpfen der Personen, sodass es zu den genannten paradoxen Erlebnissen kam.

Erst Ende der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts konnten zwei Wissenschaftler unabhängig voneinander im Schlaflabor Klarträume nachweisen. Für diesen Nachweis nutzten sie die Besonderheiten des REM-Schlafs aus. Der Schlaf wird in verschiedene, zyklisch wiederkehrende Schlafstadien unterteilt und dabei steht eines dieser Schlafstadien in engem Zusammenhang mit lebhaften Träumen: der REM-Schlaf. REM ist die Abkürzung für Rapid Eye Movements, schnelle Augenbewegungen, die während dieser Phasen zu beobachten sind, während der schlafende Körper, aufgrund einer aktiven Blockade des Muskeltonus im Stammhirn, erschlafft. Diese Paralyse der Körpermuskulatur hindert uns daran, unserem erlebten Traumgeschehen während der Nacht nachzugehen.

Trotz der Muskelblockade treten jedoch die typischen Augenbewegungen auf. Es gibt Forschungsarbeiten, die zeigen, dass ein Teil dieser Augenbewegungen mit den im Traum ausgeführten Augenbewegungen einhergeht. Deshalb instruierte Dr. Stephen LaBerge seine Versuchsteilnehmer/innen, im Klartraum eine zweifache Links-Rechts-Augenbewegung durchzuführen, und zeichnete elektrophysiologisch die Augenbewegungen über die Nacht hinweg auf. Die visuelle Auswertung der aufgezeichneten REM-Phasen, in denen die Versuchsteilnehmer/innen berichteten, einen Klartraum erlebt und die angewiesenen Augenbewegungen durchgeführt zu haben, zeigte deutlich die Links-Rechts-Ausschläge der Augen, gut unterscheidbar von spontanen Augenbewegungen (siehe Abbildung). Die restlichen Merkmale des REM-Schlaf (z.B. Körperlähmung) blieben unverändert. Die Aufzeichnungen standen darüber hinaus im Einklang mit den Traumberichten der Klarträumer/innen und bestätigten damit, dass sie in der Tat willentlich die Handlungen – hier das Bewegen der Augen – im Traum gelenkt haben.

Praktische Anwendungsmöglichkeiten des Klarträumens

Der wissenschaftliche Nutzen der Klarträume liegt unter anderem in der Erforschung des Zusammenhangs zwischen der Physiologie während des Schlafes und den geträumten Handlungen. In dem einleitenden Klartraum zeigt sich beispielsweise bei der späteren Analyse, dass gleiche Hirnregionen aktiv werden, wenn die Handbewegung im Klartraum bzw. im Wachen durchgeführt wird. Es besteht also ein hirnphysiologischer Zusammenhang zwischen geträumter und tatsächlicher Handlung.

Ferner gibt es zahlreiche praktische Anwendungen des Klarträumens. So konnten Klarträume erfolgreich in der Therapie gegen Albträume angewendet werden, wobei der Geplagte lernen muss, sich während eines Albtraums bewusst zu werden, dass es sich um einen Traum handelt. Daraufhin kann sich der Träumer willentlich dem angsteinflößenden Traumcharakter stellen, was zur Folge hat, dass die Albtraumfigur zumeist eine normale Gestalt annimmt oder gar ganz verschwindet und damit auch der Albtraum ein Ende hat.

Eine ganz andere Anwendung findet sich im Bereich des Sports, wo klartraumgeübte Sportlerinnen und Sportler im Traum Bewegungsabfolgen, wie einen zweifachen Auerbacher im Wasserspringen, „einschleifen“, um diese Bewegung auch im Wachen besser zu beherrschen. ??“hnlich wie beim so genannten Mentalen Training erhofft man sich beim Training im Klartraum einen Trainingseffekt, der – so die Erwartung der Forscher – größer ist als im Mentalen Training. Vor allem in Verletzungspausen könnten Spitzensportler/innen das Klartraumtraining nutzen, um ihr technisches Leistungsniveau zu halten.

Die praktischen Anwendungen der Klarträume setzten voraus, dass es Techniken gibt, mit denen man das Klarträumen erlernen kann. Im Kasten wird die Reflexionstechnik dargestellt. Hinter dieser Technik, die von Prof. Paul Tholey entwickelt wurde, steckt der Gedanke, dass das mehrmalige kritische Fragen, ob man wacht oder träumt, dazu führt, dass man sich diese Frage irgendwann auch im Traum stellt. Bedingt durch die Gegebenheiten, die nur im Traum stattfinden können (wie das plötzliche Verwandeln von Gegenständen im einleitenden Beispiel), wird der Träumende dann die Frage mit „ja, ich träume“ beantworten. Personen, die auf diese Weise das luzide Träumen erlernen, können dann Handlungen, die sie sich im Wachzustand vorgenommen haben, z.B. Training oder Konfrontation, ausführen.

In 5 Schritten zum Klartraum

  • Beginnen Sie, Ihre Träume in einem Traumtagebuch zu notieren.
  • Stellen Sie sich tagsüber mehrmals die Frage, ob Sie gerade träumen oder wach sind. Kontrollieren sie dabei kritisch die „Naturgesetze“. Im Wachen kommt man dabei immer zum Schluss, dass man wach ist. Das häufige Stellen der Frage im Wachzustand führt dazu, dass die Frage auch im Traum gestellt wird.
  • Stellen Sie sich diese Frage möglichst noch kurz vor dem Einschlafen.
  • Stellen Sie sich diese Frage möglichst in solchen Zuständen oder Situationen, die eine große ??“hnlichkeit mit Traumerlebnissen besitzen.
  • Bewahren Sie Geduld, der erste Klartraum kann manchmal Monate auf sich warten lassen.

Abbildung 1. Im Traum klar werden. (Erlacher)

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4. Versuchsteilnehmer/-innen für Schlaflaborstudien gesucht!

Für verschiedene Studien an der Universität Heidelberg suchen wir Klarträumerinnen und Klarträumer, die Interesse haben, an Untersuchungen im Schlaflabor teilzunehmen. Die Studien werden in einem Schlaflabor in Mannheim durchgeführt, deshalb sollten interessierte Personen möglichst im Rhein-Neckar Gebiet wohnen. Außerdem sollten Sie eine gute Traumerinnerung haben und fähig sein, möglichst gezielt Klarträume zu erleben. Falls Sie Interesse haben, dann schreiben Sie bitte eine E-Mail an: info@klartraum.de.

5. Impressum

Der Klartraum.de-Newsletter erscheint in unregelmäßigen Abständen. Vierteljährlich gibt es ein neues „Online-Experiment: Klartraum“. Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie den Newsletter auf klartraum.de abonniert oder an einem „Online-Experiment: Klartraum“ teilgenommen haben. Falls Sie den Klartraum.de-Newsletter abbestellen möchten, dann folgen Sie den Anweisungen im Newsletter.

Herausgeber: Daniel Erlacher
Postanschrift: Im Neuenheimer Feld 700, 69120 Heidelberg
E-Mail: info@klartraum.de
Homepage URL: http://localhost

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