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Klarträume in Japan

Submitted by on Januar 15, 2009 – 10:55 pm3 Comments

In der letzten Ausgabe des „International Journal of Dream Reseach“ haben wir eine Studie über das Vorkommen von luziden Träumen in Japan veröffentlicht. Interessanterweise zeigt sich für die japanische Stichprobe ein geringeres Vorkommen von luziden Träumen als für andere vergleichbare Stichproben aus anderen Nationalitäten (Deutschland, USA, China, Niederlande). Ursprünglich hatten wir erwartet, dass luzide Träume bei japanischen Studierenden ähnlich häufig auftritt. Woran das geringe Vorkommen von luziden Träumen liegt, sollen weitere Studien aufklären. Im Folgenden der Abstrakt zur Studie.

The Incidence of Lucid Dreaming within a Japanese University Student Sample

Daniel Erlacher, Michael Schredl, Tsuneo Watanabe, Jun Yamana, Florian Gantzert

The present study investigated the incidence of lucid dreaming within a Japanese university student sample. From 153 Japanese students 47% reported experiencing a lucid dream at least once and 19% were frequent lucid dreamers (frequency equal or higher than once a month). Dream recall frequency was significantly related to lucid dream frequency. In the Japanese sample the incidence of lucid dreaming was not related to that of nightmares after controlling for dream recall frequency. Compared to other countries, the Japanese sample showed significantly lower prevalence rates. This result might be explained by differences in the verification process of lucid dreaming (e.g., definition) and participants (e.g., psychology students). Representative samples are needed to gain a clearer picture of cross-cultural differences. The results, thus, indicated that lucid dreaming is a known phenomenon in Japan. Due to the long cultural history of dreams and dreaming in Japan it would be interesting to investigate groups with strong relationships with those roots (e.g., monks) to learn more about a possible lucid dream culture, comparable to Tibetan Buddhism (e.g., dream yoga).

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Bild: Aufnahme in Nara (Japan) vom 20.10.2007 (Erlacher)

CIMG3700

3 Comments »

  • Chiaki sagt:

    Ich kann dir verraten woran das liegt. Japanische Studenten schlafen im Schnitt 4 Stunden pro Nacht. Da hat man keine Zeit für luzide Träume. Den verloreren Schlaf holen sie dann in der Schule/Uni nach. Ich empfehle dir die Lektüre „Darum nerven Japaner“ von Christoph Neumann, dort steht Näheres.

  • admin sagt:

    Hallo Chiaki,

    vielen Dank für den Buchhinweis. Der wenige Schlaf der japanischen Studierenden ist sicherlich nicht klartraumförderlich, ob es der einzige Grund ist, mag ich bezweifeln.

    Viele Grüße

    Daniel

  • patonamu sagt:

    Ich kann Chiaki nur zustimmen. Ich bin Japanologe und war mehrmals in Japan. Die momentanen Japaner messen den Träumen (und dem Schlaf) wenig Wert bei. Es geht in der hektischen Japanischen Gesellschaft um Leistung, Arbeit und Fleiss.

    Meine jap. Freundin z. B. reichten 5-6 Stunden Schlaf pro Tag. Im Zug oder in der Bibliothek holt man im Halbschlaf die weitere Schlafzeit nach.

    Aber es stimmt auch, dass es eine Traumtradition beim jap. Buddhisten Myôe (13. Jh.) zu finden war. Sehr empfehlenswert ist „Myôes Traumchronik“ (1998) vom Jungianer Hayao KAWAI.

    http://www.amazon.de/Myoes-Traumchronik-seine-Träume-lebte/dp/3856305726/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1259876306&sr=8-2